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Wer sich täglich mit Patentschriften auseinandersetzt, der wird wohl meine Meinung teilen: es fällt einem in der Tat schwer, daran zu glauben, dass es noch viel Neues zu erfinden gibt, denn in den 3 Millionen Patentschriften - so scheint es jedenfalls - gibt es bereits alles Mögliche und auch Unmögliche.

Und dennoch schafft es die rege Erfinderfantasie immer wieder ungenutzte Marktlücken zu entdecken. Die mitunter gewagtesten Konstruktionen finden jedoch selten Anklang beim dilettantischen Publikum.

So erging es sicherlich auch einem Herrn G.G. Kempchen aus Styrum im Rheinland, der bereits 1890 ein Patent auf seine "Selbsttätige Zähleinrichtung an Biergläsern" erhielt.

Die vom vielen "Strichemachen" leidgeplagten Wirte sollten sich endlich diesen Automaten zulegen, denn bei seiner Benutzung entfällt gänzlich diese schwierige Konzentrationsarbeit.

in der Patentschrift liest man nun:

Auf beiliegender Zeichnung ist ein Bierglas dargestellt, in dessen Fuß eine Bieruhr angebracht ist. Diese wird selsttätig vorwärts bewegt und zeigt ohne Zutun des Gastes oder Wirtes an, wie viel Mal das Glas gefüllt wurde.

Es wird ein beweglicher Boden in dem Bierglas angebracht, welcher am besten aus einer elastischen Masse, wie Gummi oder dergleichen, hergestellt wird.

Ist das Bierglas gefüllt,so wird der Boden nach unten gedrückt und hebt sich erst wieder, wenn das Glas ziemlich entleert ist.

Am Ende eines Patentes müssen die Ansprüche des Erfinders in einem Satz formuliert werden. Bei dem Zählautomaten sieht das so aus:

Patentanspruch:

An einem Bierglas eine selbsttätige Bierzähleinrichtung welche aus einem beweglichem, dem Druck der Flüssigkeit nachgebenden Boden b gebildet ist, an dem sich eine Vorrichtung zur Fortbewegung eines Sperrrades befindet, welches mit einer Nummernscheibe in Verbindung steht.

Es ist in der Tat erstaunlich, dass diese großartige Erfindung nicht zu einer allgemeinen Errungenschaft im Schankwesen führte. Man stelle bestechenden Vorteile vor: in Verbindung mit der heutigen Bürstenspülung im Becken würde bei jedem Niederdrücken des Glases das Zählwerk um einen Zahn weitergesetzt. Man brauchte nur ein Bier zu trinken und dürfte 8 oder 10 bezahlen.

Wirt und Gast wären zufrieden - bei dem einen stimmt die Kasse, der andere behält seinen Führerschein.

 
   

   © 2003 by Wolfgang Back •  info@wolfgang-back.com